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Jost Aé -
Kandidat für die Greifswalder Bürgerschaft |
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SPD |
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Die SPD und die Krise
Im Frühjahr 1990 trat ich in die SPD ein (d. h. in die im Herbst 89 neugegründete SDP - die Sozialdemokratische Partei in der DDR). Meine Informationen über die SPD waren aus heutiger Sicht spärlich. In meiner Kindheit hörte ich von meiner Großmutter, einer Pfarrwitwe, sie habe, solange es ging, immer SPD gewählt, obgleich sie als junge Frau erleben musste, wie die Führung im nationalen Rausch 1914 die deutsche Sozialdemokratie ins Lager der „Kriegspartei“ geführt hat. Später dann waren meine Informationsquellen hauptsächlich der Rias und später dann der Deutschlandfunk. Was im Schulunterricht und über die zensierten Medien vermittelt wurde, schien mir offensichtlich verlogen. Meine Sympathieträger waren Herbert Wehner und Willy Brandt, deren Reden ich bewunderte. Da sich, wie für viele, auch für mich nach der „Wende“ die Möglichkeit bot, mich öffentlich politisch zu engagieren, ohne mich moralisch verbiegen zu müssen, habe ich die Gelegenheit wahrgenommen, und dafür die Partei meiner Wahl zu finden, fiel mir nicht schwer. Allerdings hat die SPD seither einen widersprüchlichen Weg zurückgelegt, auf dem sie viele enttäuschte Mitglieder und Sympathisanten verloren hat. Der unbedingte Wille von Schröder, Müntefering und Clement, regieren zu wollen, der rigorose Marsch in die „Mitte“, die Agenda 2010 und die sozial unausgewogenen Arbeitsmarktreformen – dies alles hat die Partei viel Vertrauen gekostet und sie ihrer eigentlichen Klientel entfremdet. Diesen Weg habe ich von Anfang an kritisch begleitet (mehr dazu unter Ich stehe mit dieser Haltung in der SPD, auch in der Greifswalder, nicht allein da – sonst könnte ich kaum hier für die Bürgerschaft kandidieren. Solange die SPD sich an Gesetzen beteiligt, durch die auch nur ein Einziger, der in prekären Verhältnissen zu leben gezwungen ist, tiefer in die Misere gerät, macht sie etwas falsch und hat ihr Wesen als Patei der sozialen Gerechtigkeit verfehlt.
Die Finanz- und Wirtschaftskrise verschärft die sozialen Spannungen. Deshalb brauchen gerade jetzt die Menschen, die keine Lobby haben, eine SPD, die zu einer Politik zurückfindet, die in Übereinstimmung mit ihren Grundwerten steht. Dafür streite ich mit anderen in der SPD und im Ortsverein und werde das, falls ich gewählt werde, auch weiterhin in Fraktion und Bürgerschaft tun.
Am 7. Juni ist deshalb jede Stimme, die Sie mir geben, auch eine Unterstützung in diesem Kampf.
Gemeinsam für ein soziales Greifswald!
Zum Weiterlesen:
Kommt die SPD mit Müntefering aus der Krise?
Randbemerkungen
zur Präambel
des Leitantrags
Schreiner, die SPD und Hölderlin
SPD und Sozialismus: eine Trauerspiel
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Sachlich, kritisch und
fair für eine sozial gerechte und nachhaltige Kommunalpolitik |
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